Wie startet man einen Podcast?
Definieren Sie zuerst Ziel und Zielgruppe. Danach legen Sie Thema, Format, Hosts, Episodenstruktur und Veröffentlichungsrhythmus fest. Erst anschließend sollten Aufnahmeort, Mikrofone, Kameras und weitere Technik geplant werden. Nach der Aufnahme folgen Schnitt, Aufbereitung, Veröffentlichung und – wenn sinnvoll – die Weiterverwertung als Video oder Social Content.
Einen Podcast technisch aufzunehmen ist heute vergleichsweise einfach. Einen Podcast zu entwickeln, den Menschen regelmäßig hören möchten, ist deutlich anspruchsvoller.
Besonders Unternehmen beginnen häufig an der falschen Stelle: Mikrofone werden ausgesucht, ein Name wird gestaltet und vielleicht sogar ein Studio gebucht – bevor geklärt wurde, was das Format eigentlich erreichen soll.
Genau deshalb bauen wir den Prozess in einer anderen Reihenfolge auf.
Podcast starten in 12 Schritten
Ziel definieren
Warum soll der Podcast existieren und welche kommunikative Aufgabe soll er erfüllen?
Zielgruppe verstehen
Für wen wird produziert und welche Themen sind für diese Menschen tatsächlich relevant?
Format entwickeln
Interview, Gespräch, Soloformat, Reportage oder eine Mischung daraus.
Audio oder Video entscheiden
Soll der Podcast nur hörbar oder zusätzlich visuell produziert werden?
Rhythmus planen
Wie regelmäßig können Themen, Gäste und Produktion realistisch organisiert werden?
Aufnahmeort wählen
Zuhause, im Unternehmen, im professionellen Studio oder mobil an wechselnden Locations.
Technik planen
Mikrofone, Audio, gegebenenfalls Kameras, Licht und Aufnahme.
Folgen vorbereiten
Leitfragen, Themenstruktur, Gäste, Recherche und organisatorische Vorbereitung.
Aufnehmen
Die eigentliche Produktion mit möglichst natürlicher Gesprächssituation.
Postproduktion
Audio, Videoschnitt, Optimierung, Intro, Outro und finale Ausspielung.
Veröffentlichen
Podcast technisch bereitstellen und über die gewünschten Plattformen zugänglich machen.
Content weiterverwenden
Aus einer Produktion zusätzliche Videos, Reels, Shorts oder Statements entwickeln.
1. Warum möchten Sie einen Podcast starten?
Bevor Sie über Mikrofone, Namen oder Cover sprechen, sollte eine andere Frage beantwortet werden:
Welche Aufgabe soll der Podcast für Ihre Kommunikation erfüllen?
Mögliche Ziele können beispielsweise sein:
Fachwissen regelmäßig und verständlich vermitteln.
Themen, Werte und Personen hinter einem Unternehmen sichtbar machen.
Mitarbeitende, Rollen und Unternehmenskultur hör- und sichtbar machen.
Komplexe Leistungen, Entwicklungen und Hintergründe erklären.
Regelmäßig relevante Themen für eine klar definierte Zielgruppe behandeln.
Gespräche als Basis für weitere Medienformate nutzen.
„Wir brauchen auch einen Podcast“ ist noch kein Ziel.
Ein Podcast sollte kein Selbstzweck sein. Je klarer seine kommunikative Aufgabe, desto leichter werden später Themen, Gäste, Format und Erfolgskriterien.
2. Für wen produzieren Sie?
Ein Podcast, der „für alle“ gedacht ist, spricht in der Praxis oft niemanden besonders gezielt an.
Definieren Sie deshalb, wer einen echten Grund haben könnte, regelmäßig zuzuhören.
Fragen zur Zielgruppe
- Welche berufliche oder persönliche Situation hat die Zielgruppe?
- Welche Fragen beschäftigt sie regelmäßig?
- Welches Vorwissen kann vorausgesetzt werden?
- Welche Sprache und Tonalität passt?
- Welche Themen sind tatsächlich hilfreich?
- Warum sollte jemand die nächste Folge ebenfalls hören wollen?
Besonders bei Unternehmenspodcasts ist diese Klarheit wichtig. Ein Podcast für bestehende Kunden kann völlig anders aufgebaut sein als ein Format für Bewerber, Entscheider oder eine breite Öffentlichkeit.
3. Welches Podcast-Format passt?
Nicht jeder Podcast braucht dasselbe Konzept. Das Format sollte zu Thema, Hosts, Ressourcen und Zielgruppe passen.
Host + Gast
Gut geeignet, wenn regelmäßig externe oder interne Experten neue Perspektiven einbringen sollen.
Zwei oder mehr Hosts
Ein wiederkehrendes Team diskutiert Themen, Erfahrungen oder Entwicklungen.
Eine Person
Besonders geeignet, wenn Expertise, persönliche Einordnung oder kurze Wissensformate im Mittelpunkt stehen.
Storytelling
Gespräche, Sprecher, O-Töne und weitere Bestandteile werden dramaturgisch kombiniert.
Themenserie
Mehrere Folgen werden unter einer klaren inhaltlichen Klammer geplant und veröffentlicht.
Videopodcast
Das Gespräch wird gleichzeitig als Audio- und Videoformat produziert.
4. Audio-Podcast oder Videopodcast?
Diese Entscheidung sollte möglichst früh fallen, weil sie die gesamte Produktion beeinflusst.
Klassischer Podcast
Der Fokus liegt vollständig auf Stimme, Gespräch und Audioqualität.
- weniger visuelle Produktionsanforderungen
- Hosts müssen nicht kameratauglich inszeniert werden
- starker Fokus auf Gespräch und Ton
- geringerer visueller Postproduktionsaufwand
Videopodcast
Zusätzlich zur Audiospur entsteht verwertbares Bewegtbild.
- mehrere Kameraperspektiven möglich
- Veröffentlichung als Video
- Basis für Reels und Shorts
- mehr visuelle Markenpräsenz
5. Wie oft sollte ein Podcast erscheinen?
Regelmäßigkeit ist sinnvoll, aber ein Rhythmus hilft nur, wenn er langfristig realistisch eingehalten werden kann.
Deshalb sollte nicht die Frage „Was machen andere?“ im Mittelpunkt stehen, sondern:
Wie häufig können wir dauerhaft gute Themen, Gäste und eine saubere Produktion organisieren?
Ein ambitionierter Veröffentlichungsplan, der bereits nach wenigen Folgen zusammenbricht, ist selten besser als ein realistischer Rhythmus.
Produktion bündeln kann sinnvoll sein.
Bei gut vorbereiteten Formaten können mehrere Folgen an einem Produktionstag aufgenommen werden. Das reduziert organisatorischen Aufwand und schafft Planungssicherheit.
6. Wo soll der Podcast aufgenommen werden?
Der Aufnahmeort beeinflusst Tonqualität, Bild, Organisation und technischen Aufwand.
7. Welche Technik braucht man für einen Podcast?
Die technische Grundausstattung hängt von Format und Aufnahmeort ab. Für einen Audio-Podcast werden andere Komponenten benötigt als für einen mehrkamerabasierten Videopodcast.
Typische Bestandteile können sein:
- Mikrofone
- Mikrofonarme oder Stative
- Kopfhörer
- Audiointerface beziehungsweise Aufnahmetechnik
- Aufnahmesoftware
- bei Video zusätzlich Kameras
- Licht
- Speicher und Datenmanagement
Wichtig: Gute Audioqualität entsteht nicht ausschließlich durch ein hochwertiges Mikrofon. Auch Raumakustik, Mikrofonposition, Pegel und Postproduktion spielen eine wichtige Rolle.
Podcast-Mikrofone verstehen8. Wie bereitet man eine Podcast-Folge vor?
Gute Vorbereitung bedeutet nicht, jede Antwort vorher auswendig zu formulieren.
Ziel sollte sein, einen klaren Gesprächsrahmen zu schaffen, ohne die Natürlichkeit zu verlieren.
9. Was ist bei der Aufnahme wichtig?
Am Aufnahmetag sollte Technik möglichst wenig Aufmerksamkeit beanspruchen. Die Gesprächspartner sollen sich auf Inhalt und Gespräch konzentrieren können.
Vor Beginn sollten unter anderem geprüft werden:
- Mikrofonposition und Aufnahmepegel
- Kopfhörer beziehungsweise Monitoring
- Kameraeinstellungen bei Videopodcasts
- Licht und Bildausschnitt
- Speicher und Aufnahmemedien
- Mobiltelefone und mögliche Störquellen
- Wasser und angenehme Gesprächssituation
Anschließend gilt: Ein Podcast darf ein Gespräch bleiben. Nicht jeder Satz muss perfekt klingen und nicht jeder kleine Versprecher muss sofort zum Abbruch führen.
10. Was passiert nach der Aufnahme?
Nach der Produktion entsteht aus dem Rohmaterial die veröffentlichungsfähige Episode.
Je nach Projekt können folgende Schritte dazugehören:
- Sichtung beziehungsweise Anhören des Materials
- Entfernen unnötiger Unterbrechungen
- inhaltlicher Schnitt
- Audiooptimierung
- Intro und Outro
- Synchronisation mehrerer Kameras
- Videoschnitt
- Color Grading
- Grafiken und Einblendungen
- Untertitel
- finaler Export
Diese Arbeiten können Sie selbst übernehmen oder an eine professionelle Postproduktion übergeben.
11. Wie wird ein Podcast veröffentlicht?
Für einen klassischen Podcast wird in der Regel eine zentrale technische Plattform beziehungsweise ein Podcast-Hosting benötigt. Dort werden Audiodateien, Episodentitel, Beschreibung und weitere Informationen hinterlegt.
Von dort kann das Format für die gewünschten Podcast-Plattformen bereitgestellt werden. Bei einem Videopodcast kommt zusätzlich die Veröffentlichung auf geeigneten Videokanälen infrage.
Vor dem Start sollten außerdem vorbereitet sein:
- Podcast-Name
- Cover
- Beschreibung des Formats
- Intro und Outro
- erste Folge beziehungsweise mehrere vorbereitete Episoden
- Veröffentlichungsplan
- Kommunikation für Webseite und Social Media
12. Aus einer Podcast-Folge mehr Content machen
Besonders bei einem Videopodcast muss die vollständige Episode nicht das einzige Ergebnis der Produktion sein.
Aus einem Gespräch können beispielsweise entstehen:
- Reels
- YouTube Shorts
- Teaser
- einzelne Statements
- Zitatgrafiken
- kurze Expertenausschnitte
- Material für Webseite oder Newsletter
Deshalb lohnt es sich, die spätere Content-Verwertung bereits bei der Aufnahmeplanung mitzudenken.
Social Content aus Podcast & VideoWas kostet es, einen Podcast zu starten?
Das hängt davon ab, wie viel Sie selbst übernehmen.
Bei AF-mediaGROUP Studio beginnt die reine Studiomiete aktuell bei 39 € pro Stunde beziehungsweise 289 € pro Studio-Tag.
Wenn zusätzlich Konzeption, technische Produktion, Videopodcast, Schnitt, Social Content oder weitere Leistungen gewünscht sind, wird das Projekt nach dem tatsächlichen Umfang kalkuliert.
Eine ausführliche Einordnung finden Sie im Ratgeber Was kostet ein Podcast?
Die häufigsten Fehler beim Podcast-Start
Technik vor Konzept
Mikrofone und Kameras werden gekauft, bevor Zielgruppe und Format überhaupt definiert sind.
Zu breite Zielgruppe
Der Podcast soll alle erreichen und verliert dadurch eine klare thematische Positionierung.
Unrealistischer Rhythmus
Ein sehr hoher Veröffentlichungstakt wird festgelegt, ohne Ressourcen und Themen langfristig zu berücksichtigen.
Keine Folgenstruktur
Gespräche beginnen ohne klares Ziel und verlieren sich dadurch unnötig.
Social Content erst danach bedenken
Erst nach dem Dreh wird festgestellt, dass andere Bildformate oder zusätzliche Perspektiven benötigt werden.
Nach wenigen Folgen aufgeben
Ein neues Format braucht einen realistischen Zeitraum, um redaktionell und organisatorisch weiterentwickelt zu werden.
Podcast starten: Die Checkliste
Sie haben die Idee. Wir können beim Rest helfen.
Ein fertiges Podcast-Konzept ist für eine erste Anfrage nicht erforderlich. Wenn Thema, Ziel und grobe Richtung feststehen, können wir den sinnvollen Produktionsweg gemeinsam entwickeln.
Häufige Fragen zum Podcast-Start
Was braucht man, um einen Podcast zu starten?
Mindestens benötigen Sie ein Thema, eine Zielgruppe, ein Format, einen geeigneten Aufnahmeweg sowie eine Möglichkeit zur späteren Veröffentlichung. Technik und Produktionsumfang richten sich danach, wie professionell und umfangreich das Ergebnis werden soll.
Muss ich sofort professionelle Technik kaufen?
Nein. Gerade zu Beginn kann es sinnvoller sein, ein professionelles Podcaststudio zu mieten oder eine Produktion extern umzusetzen, statt eigenes Equipment anzuschaffen, dessen Anforderungen noch gar nicht klar sind.
Sollte ich direkt einen Videopodcast starten?
Das hängt von Ihren Zielen ab. Wenn Bewegtbild, YouTube, Social Clips oder Personen als Teil der Markenkommunikation wichtig sind, kann Video sehr sinnvoll sein. Mehr dazu im Videopodcast-Ratgeber.
Wie lang sollte meine erste Podcast-Folge sein?
Es gibt keine universell richtige Länge. Entscheidend sind Thema, Format, Zielgruppe und Gesprächsdynamik. Mehr dazu unter Podcast-Länge.
Kann ich mehrere Folgen an einem Tag aufnehmen?
Ja. Wenn Inhalte und Gäste gut vorbereitet sind, kann es organisatorisch sinnvoll sein, mehrere Folgen an einem Produktionstag zu bündeln.
Kann AF-mediaGROUP einen Podcast komplett übernehmen?
Wir können je nach Projekt von Konzeption und Aufnahme bis zu Audio, Video, Postproduktion und Social Content unterstützen. Mehr dazu unter Podcast-Produktion.
Muss die Aufnahme in Saarbrücken stattfinden?
Nein. Neben unserem Studio in Saarbrücken produzieren wir auch mobil bei Unternehmen und an externen Locations. Mehr dazu unter Mobile Produktion.